Story: Und wieder ein Shuttle im Eimer!
Disclaimer: Paramount
Author's note: Nach vielen gelesenen Geschichten aus dem Internet hat auch mich die Schreibwut gepackt. Hier nun also die erste.
Widmung: Für alle, die Spass an dieser Geschichte haben
Stardate: Mai 2000


Abgestürzt

Mit einem leisen Stöhnen kam Kathryn Janeway zu sich. Ihr Kopf dröhnte und ihr Blick war verschwommen. Etwas tropfte ihr auf das Gesicht. Sie wollte sich bewegen aber irgend etwas schweres, das auf ihr lag, verhinderte jede Bewegung. Sie blinzelte und versuchte damit, ihren Blick wieder klar zu bekommen. Als ihr das endlich gelang, schrak sie zusammen. Das Gewicht, das sie zu Boden drückte war der blutüberströmte Körper ihres ersten Offiziers. Sie drehte ihren Kopf leicht zur Seite und entdeckte die Ursache für das viele Blut, das auch ihren Körper bedeckte. Eine Strebe des Shuttles war durch seine Schulter gedrungen und hatte sich neben ihrem Kopf in den Sand gebohrt. Sie traute sich nicht, sich zu bewegen, aus Angst die klaffende Wunde in Chakotays Schulter noch zu vergrössern. Plötzlich hörte sie Schritte. Sie drehte den Kopf, soweit sie konnte ohne ihren Körper zu bewegen und sah Tuvok auf sich zu kommen. Auch er blutete aus einer Wunde an seiner Stirn, schien aber ansonsten unverletzt. "Mr. Paris," hörte sie ihn sagen, "kommen sie her und bringen sie ihren Phaser mit." Nun hörte sie auch Tom's Schritte auf sich zukommen. "Captain, können sie mich hören?" wandte sich Tuvok nun an sie. "Ja" hauchte sie, zu mehr reichte es nicht. "Mr. Paris und ich werden versuchen, die Strebe so zu kürzen, dass wir den Commander aufheben können." Kaum hatte er das gesagt, sah Kathryn bereits das rote Glühen der beiden Phaser. Chakotay stöhnte auf, kam aber nicht zu Bewusstsein. Doch dieses Stöhnen beruhigte den Captain auch, denn nun wusste sie, dass er noch lebte. Tuvok und Tom hatten es endlich geschafft, die Strebe durchzuschneiden und hoben Chakotay nun hoch. Als das Gewicht von ihr genommen war, konnte Kathryn wieder durchatmen. Sie versuchte sich aufzurichten aber ein Schwindelgefühl liess sie wieder zurück sinken. "Captain?" hörte sie die besorgte Stimme von Tom. "Es geht mir gut" antwortete sie, "kümmern sie sich lieber um Chakotay." Als sie ein paar Mal tief durchgeatmet hatte, liess das Schwindelgefühl endlich etwasnach und sie konnte sich aufsetzen. Nun kam auch die Erinnerung zurück. Tuvok, Tom, Chakotay und sie hatten sich mit einem Shuttle auch den Weg zu einem Planeten gemacht. Beamen war unmöglich gewesen, und so hatten sie diesen Weg gewählt. Es war zuerst ein ruhiger Flug, doch plötzlich erfasste sie eine riesige Druckwelle und trotz Tom's fliegerischem Geschick war das Shuttle auf den Planeten gestürzt. Als sie aufschlugen, kam diese Strebe auf den Captain zu, doch Chakotay hatte sie zu Boden gerissen und so hatte ihn das Metall durchbohrt. Sie wusste, dass er ihr das Leben gerettet hatte. Die Sorge um ihren ersten Offizier trieb Kathryn auf die Beine. Noch leicht schwankend trat sie auf ihre Leute zu. Kathryn erschrak tief in ihrem Innersten, als sie Chakotay so auf der Erde liegen sah. Sein Gesicht war leichenblass und schweissüberströmt und sein Atem ging nur noch stossweise. Tom kniete bei ihm und untersuchte ihn mit seinem Tricorder. "Seine Lebenszeichen sind nur noch sehr schwach. Ich fürchte, wenn wir nicht bald auf die Voyager kommen, stirbt er." Erst jetzt dachte Captain Janeway daran, mit der Voyager Kontakt aufzunehmen. Sie klopfte auf ihren Kommunikator, doch nichts geschah. "Die Verbindung zur Voyager ist unterbrochen. Wir sitzen hier vorerst fest" hörte sie Tuvok's Stimme hinter sich. Sie drehte sich um und sah in sein Gesicht. Ihre Augen glänzten feucht. "Wie geht es Ihnen, Captain?" fragte Tuvok. "Mir geht es gut" log sie, obwohl sich alles vor ihr drehte. Tuvok's Augenbraue wanderte nach oben. Er wusste genau, dass sie log, sagte aber nichts. Er hatte den Notfallkoffer aus dem Shuttle geholt und brachte ihn zu Tom. Der nahm einen Injektor raus und füllte ihn mit einem stabilisierenden Mittel. Mit einem Zischen entlud sich das Medikament in Chakotay's Hals. Sofort ging sein Atem etwas ruhiger. "Wir müssen unbedingt die Blutung stillen, sonst stirbt er", sagte Tom leise zu Tuvok. Doch Kathryn hatte ihn gehört. Ihr schossen die Tränen in die Augen. "Tut doch etwas", schrie sie. "er darf nicht sterben." Panik stieg in ihr auf. Doch Panik konnte ihn nicht retten. Sofort hatte sie sich wieder im Griff. Sie durfte jetzt nicht durchdrehen. Denk' nach, sagte sie zu sich selbst. Wie können wir ihm helfen? Ein Geräusch aus Richtung des Shuttles liess sie herumfahren. Eine Gruppe von Fremden hatte sich unbemerkt genähert. Waren das die Bewohner des Planeten? Die Scanner hatten keine Lebensformen erkennen lassen. Die Fremden trugen einfache Hosen und Hemden und sahen fast aus wie Farmer von der Erde. Auf alle Fälle musste sie versuchen, von den Fremden Hilfe für Chakotay zu bekommen. Waffen konnte sie keine entdecken. So trat sie auf die Fremden zu und stellte sich vor: "Ich bin Captain Kathryn Janeway vom Föderations-Raumschiff Voyager. Unser Shuttle ist abgestürzt und mein erster Offizier ist schwer verletzt. Darf ich fragen, wer sie sind?" Der älteste der Fremden trat vor und sagte: "Mein Name ist Kascheur und sie befinden sich auf unserem Planeten Paschur. Wenn sie es wünschen, werden wir versuchen, ihren Offizier zu retten." "Dafür wäre ich ihnen sehr dankbar. Der Kontakt zu unserem Raumschiff ist ausgefallen und unsere medizinischen Möglichkeiten sind beschränkt." Sie drehte sich um und sah erst jetzt, dass Tuvok und Tom hinter ihr standen, beide hatten ihre Phaser in der Hand. "Stecken sie ihre Waffen weg," befahl sie, "diese Leute wollen uns helfen." "Ich empfehle, vorsichtig zu sein", meinte Tuvok, "diese Freundlichkeit könnte auch eine Falle sein." "Ich traue ihnen. Ausserdem haben wir keine andere Möglichkeit, wenn wir Chakotay retten wollen." "Wie sie meinen, Captain." Tuvok und Paris steckten ihre Phaser wieder ein und kehrten zum Commander zurück. Kurze Zeit später kehrten die zwei Paschurianner zurück, die Kascheur losgeschickt hatte. Sie trugen eine primitive Trage und knieten nun bei Chakotay nieder. Mit Hilfe von Tuvok und Tom hoben sie ihn auf die Trage. Auch jetzt kam Chakotay nicht zu sich. Sie machten sich auf den Weg und nach einer knappen viertel Stunde erreichten sie ein Dorf. Wie hatten die Sensoren diese Menschen nur nicht erkennen können? Irgend etwas in der Atmosphäre musste das verhindert haben. Doch Kathryn war froh, dass es sie gab. Sie brachten den Commander in eine der primitiven Hütten und legten ihn da auf ein Bett. Die Hütten und auch alle Möbel im Inneren bestanden aus Holz. Jedenfalls sah es so aus. "Leider stehen uns nur einfache Möglichkeiten zur Verfügung", sagte Kascheur zu Janeway, "doch ich versichere ihnen, dass wir alles tun werden, um ihren Freund zu retten." Janeway dankte ihm mit einem Nicken und konnte sogar wieder lächeln. Sie hatte wieder Hoffnung, dass doch noch alles wieder gut wurde. Kascheur ging nach draussen und kam kurz darauf wieder mit einem Bündel von seltsam aussehenden Blättern. "Damit werde ich die Blutung stoppen, wenn wir das Metall aus seiner Schulter ziehen", erklärte er. Kascheur zog sein Messer, kniete sich neben Chakotay auf den Boden und begann damit, die Uniform des Commanders aufzuschneiden. In diesem Moment kam Chakotay zu Bewusstsein. "Kathryn", kam es leise über seine Lippen. Sofort kniete sie sich neben ihn, nahm seine Hand und strich ihm zärtlich über die Stirn. "Es wird alles wieder gut", flüsterte sie, "die Leute hier werden ihnen helfen." Geräuschvoll zog Chakotay die Luft ein, als Kascheur die zerschnittene Uniform herunterzog. Der Paschurianner wandte sich an Chakotay: "Wir müssen das Metall aus ihrer Schulter ziehen, sonst entzündet sich die Wunde noch mehr. Versuchen sie, möglichst ruhig liegen zu bleiben." Der hat leicht reden, dachte Chakotay, nickte aber nur. Tuvok und Tom traten ans Kopfende des Bettes und machten sich bereit, den Commander festzuhalten. Kathryn hielt weiter seine Hand und versuchte allein mit ihrem Lächeln ihm genug Kraft zu geben. Kascheur gab Chakotay ein zusammengerolltes Tuch. "Beissen sie darauf" sagte er nur. Dann stellte er sich in Position und zog mit einem Ruck die Strebe aus Chakotay's Schulter. Kathryn hatte das Gefühl, dass ihre Handknöchel brechen mussten, so fest drückte Chakotay zu. Tom und Tuvok hatten Mühe, ihn auf dem Bett festzuhalten. In unglaublichem Schmerz verzog sich sein Gesicht. Doch dann verlor er endlich wieder das Bewusstsein und wurde so von weiteren Schmerzen verschont. Kascheur nahm die Blätter auf, drückte sie fest auf die Wunde und fixierte sie mit einem Verband. "Mehr können wir zurzeit nicht tun. Ich werde noch einen Tee zubereiten, der das Fieber senken wird. Bleiben Sie bei ihm und versuchen sie, ihm Kraft zu geben. Er wird sie brauchen." Damit verliess er die Hütte und liess die Vier allein.

Kascheur kam zurück und brachte den versprochenen Tee. Langsam flösste er Chakotay von der komisch riechenden Flüssigkeit ein. Und obwohl der Commander immer noch ohne Bewusstsein war, schluckte er. Dankbar sah Kathryn auf, als sie bemerkte, dass sich Chakotay's Atmung etwas beruhigte. Kascheur verliess die Hütte.

Seither waren zwei Stunden vergangen. Eine Frau hatte frisches Wasser und etwas zu essen gebracht. Doch Kathryn konnte nichts essen. Angsterfüllt kniete sie neben dem Bett und versuchte nur mit ihrer Willenskraft, die Schmerzen aus Chakotay zu vertreiben. Er hatte hohes Fieber, immer wieder drang ein leises Stöhnen über seine Lippen. Sie versuchte, seine Stirn mit kaltem Wasser zu kühlen. Er war so wahnsinnig heiss, dass sie das Gefühl hatte, er würde von innen brennen. Würde er sterben? Nein, daran durfte sie nicht denken. Nicht jetzt, nicht so. Er durfte sie nicht verlassen. Erst gestern hatten sie sich endlich ihre Liebe gestanden. Es war viel einfacher gewesen, als sie gedacht hatte. Er hatte sie angeschaut mit seinen dunklen Augen und ihr war es heiss und kalt geworden. In diesem Augenblick hatte sie gewusst, dass es nicht mehr so weitergehen konnte. Ohne Liebe, ohne Glück. Immer noch soweit von zu Hause entfernt. Ihr letzte Ausrede vor sich selber war geplatzt, als sie von Mark's Hochzeit erfahren hatte. Nun war sie wirklich frei und er wusste das. Es war einfach passiert, sie hatten sich geküsst. Lang und leidenschaftlich. Und plötzlich war ihr egal, was ihre Crew dazu sagen würde. Es gab nur noch sie und ihn. Doch nun lag er vor ihr und kämpfte um sein Leben. Würde es so enden? Sie schüttelte den Kopf. "Nein, ich lasse dich nicht gehen, nicht jetzt und schon gar nicht so. Ich liebe dich so." Sie erschrak, als sie merkte, dass sie ihre Gedanken laut ausgesprochen hatte. Tuvok sah sie nur an, sagte jedoch nichts. Auch Tom sah sie nur aus grossen Augen an, brachte aber keinen Ton heraus. Sie hatten ihr Geständnis beide gehört. Doch war das jetzt noch wichtig? Nein, sie wollte sich nicht verstecken, alle sollten es wissen.

Zäh verrannen die Minuten. Ob die Voyager sie finden würde? Natürlich, tadelte sie sich selber. Es wird alles wieder gut. Du darfst nicht aufgeben. Immer noch hielt sie seine Hand. Warum sank sein Fieber bloss nicht? Hatte er zuviel Blut verloren? Nein, er wird es überleben. Er muss einfach. Es brach ihr beinahe das Herz, ihn so zu sehen. Seine sonst immer dunkle Haut war beinahe weiss geworden. Schweisstropfen bildeten sich immer wieder auf seiner Stirn. Chakotay, bleib bei mir. Ich kann nicht mehr ohne dich leben.

Als Kascheur die Hütte betrat, schreckte Kathryn auf. Sie war tatsächlich eingeschlafen. Kascheur trat neben das Bett und löste den Verband. "Das habe ich befürchtet. Die Wunde hat sich schwer entzündet. Darum auch das hohe Fieber." Kathryn schaute ihn angstvoll an. "Können sie nicht etwas tun? Wir können ihn doch nicht so lassen." "Es gibt leider nur eine Möglichkeit. Ich muss die Wunde ausbrennen." "Was wollen sie?" Kathryn schrie beinahe. Tom war neben sie getreten. "Leider muss ich ihm recht geben, Captain. Wenn wir nicht etwas gegen das hohe Fieber tun, wird Chakotay sterben. Und da wir nicht so schnell mit der Voyager rechnen können, ist das wohl die einzige Möglichkeit." "Sie wollen also mit einem heissen Eisen in seiner Schulter herumbohren? Ist das ihr Ernst?" Kathryn konnte es nicht glauben. Doch Kascheur und Tom nickten. Kathryn schaute wieder in Chakotay's Gesicht. Er hatte die Augen geöffnet. "Hast du es gehört?" fragte ihn Kathryn. Er nickte. "Anscheinend bleibt keine andere Möglichkeit, oder?" flüsterte er und versuchte, sie anzulächeln. "Es wird alles gut werden, ich werd's schon überstehen." Kathryn stiegen die Tränen in die Augen. Auch jetzt noch versuchte er, sie zu beruhigen, ihr Kraft zu geben, obwohl er sie selber dringend brauchte. Sie drückte seine Hand, dann schaute sie Kascheur an. "In Ordnung, tun sie es."

Kascheur hatte die Hütte verlassen, um das heisse Eisen zu holen. Chakotay hatte die Augen wieder geschlossen, doch er war bei Bewusstsein. ‚Leider.' dachte Kathryn, ‚Wenn er bewusstlos wäre, müsste er die Schmerzen nicht spüren.' Sie tupfte ihm mit dem feuchten Tuch die Stirn ab. Da öffnete er die Augen und schaute sie an. Wortlos. Was hätte er auch sagen sollen? Es war alles gesagt. Sie hatten sich endlich ihre Liebe gestanden. Noch gestern war alles so wunderschön gewesen. Und nun wusste er nicht, ob er sein Versprechen halten konnte. Sein Versprechen, sie nie zu verlassen.

Nach ein paar Minuten kehrte Kascheur zurück. Er hielt ein rotglühendes Eisen in der Hand. Kathryn wusste, dass es sein musste und doch erschrak sie, als sie das heisse Eisen sah. Chakotay hatte die Augen wieder geschlossen aber sie wusste, dass er alles hören konnte. "Chakotay," flüsterte sie, "Kascheur ist zurück. Bist du bereit?" Er antwortete nicht, nickte nur. Tom und Tuvok waren wieder herangetreten, um ihn festzuhalten. Chakotay spürte wieder das zusammengerollte Tuch an seinen Lippen. Er nahm es zwischen die Zähne, machte sich bereit. Und dann kam der Schmerz. Das heisse Eisen wurde in die Wunde gedrückt. Chakotay meinte den Verstand zu verlieren. Er bäumte sich auf, doch Tom und Tuvok hielten ihn zurück. Es stank nach verbranntem Fleisch. In Kathryn stieg die Uebelkeit auf. Chakotay's Lider flatterten, er verdrehte die Augen. Endlich verlor er erneut das Bewusstsein. Dann war es vorbei. Kascheur legte ihm den Verband wieder an. "Mehr können wir nicht tun. Jetzt können wir nur warten." Er verliess die Hütte. Kathryn strich Chakotay die Haare aus der Stirn. Sie waren ganz feucht von seinem Schweiss. Doch jetzt würde er es schaffen. Da war sie sich ganz sicher.

Zwei Stunden später ging plötzlich die Tür auf und Kascheur kam aufgeregt herein. "Es ist eines ihrer Shuttles gelandet", meldete er. Sofort waren Tuvok und Tom auf den Beinen. Doch bevor sie die Hütte verlassen konnten, stürmte der Doktor zusammen mit Harry herein. "Die Dorfbewohner haben uns bereits informiert" sagte Harry anstelle einer Begrüssung. Sofort machte sich der Doktor an die Untersuchung des Schwerverletzten. Er lud einen Injektor und hielt ihn an Chakotay's Hals. "Ich habe ihn etwas stabilisiert", meinte er nach einem weiteren Scann zu Captain Janeway, "aber wir müssen ihn sofort zur Voyager bringen." Die Trage lag immer noch in der Hütte. Sie betteten Chakotay darauf und Tom trug ihn mit Harry's Hilfe ins Shuttle. Der Doktor ging voraus und bereitete alles für den Transport vor. Auch Janeway und Tuvok verliessen die Hütte. Nun wird alles wieder gut, dachte Kathryn aber ihre Knie zitterten. Tuvok musste sie stützen, sonst wäre sie gefallen. Draussen trafen sie auf Kascheur und die anderen Dorfbewohner. "Ich weiss nicht, wie ich ihnen danken soll", sagte Kathryn zu ihm. "Sie brauchen uns nicht zu danken. Wir haben gerne geholfen." Mit einem glücklichen Lächeln verabschiedete sich Kathryn von den Leuten und liess sich von Tuvok zum Shuttle führen.

Endlich hatten sie die Voyager erreicht. Der Doktor brachte seinen Patienten sofort auf die Krankenstation. Bereits im Shuttle hatte er den Verband entfernt und mit seiner Behandlung begonnen. Mit seinen medizinischen Geräten war es ihm innert kürzester Zeit gelungen, die schwere Wunde in Chakotay's Schulter zu heilen. Das Fieber sank und langsam kehrte die Farbe in das Gesicht des Commanders zurück. Die ganze Zeit sass Kathryn neben ihm, obwohl der Doktor sie immer wieder in ihr Quartier schicken wollte. Nein, jetzt wollte sie bei ihm sein. Sie wollte hier sein, wenn er zu sich kam. Der Doktor hatte die Leistung von Kascheur hoch gelobt, obwohl er natürlich betonte, dass ohne seine fähigen Hände der Commander trotzdem gestorben wäre. Der Blutverlust war einfach zu hoch. Doch ohne die hilfsbereiten Dorfbewohner hätte er es nicht bis zum Eintreffen des Rettungsshuttles geschafft. Kathryn war unendlich dankbar.

"Kathryn?" Sie schlug die Augen auf. War sie tatsächlich neben ihm eingeschlafen? Sie wollte doch wach bleiben. Als sie den Kopf hob, sah sie in seine Augen. Er war endlich aufgewacht. Tränen stiegen ihr in die Augen, doch es war ihr egal. "Chakotay", flüsterte sie, "ich fürchtete so, dich zu verlieren. Du hast mir das Leben gerettet und wärst beinahe dabei gestorben. Bitte, tu' mir das nie wieder an." Der Doktor hatte bemerkt, dass sein Patient aufgewacht war und kam schnell herbei. "So Commander, wieder unter den Lebenden?" Chakotay sah ihn nicht an, er sah nur Kathryn, seine Kathryn. "Tja, die Lebenszeichen sehen gut aus. Ich bin da wohl überflüssig", meinte der Doktor, drehte sich um und verschwand wieder in seinem Büro. Endlich merkt er mal selber, dass er stört, dachte Chakotay. "Was ist bloss passiert?" fragte er. "Ich kann mich nur noch an dieses heisse Eisen erinnern, dann löschte dieser wahnsinnige Schmerz alles aus. Wer hat uns gefunden?" Kathryn strich im sanft über die Stirn. "Ich werde dir alles später erzählen. Jetzt solltest Du schlafen. Und ich sollte das auch tun. Schliesslich müssen wir ein Schiff nach Hause bringen. Zusammen!" "Zusammen?" fragte er, "wie meinst du das? Als Captain und Commander oder...?" Er traute sich nicht, die Frage fertig zu stellen. Zuviel hing von ihrer Antwort ab. "Als Captain und Commander aber auch als Liebende" antwortete sie, "Tuvok und Tom wissen von unserer Liebe und was Tom weiss, weiss sicher bereits das ganze Schiff. Tja, es lässt sich nicht mehr geheim halten. Und weißt Du, was das Tollste ist? Es ist mir nicht nur egal, ich freue mich sogar. Ich will, dass die ganze Crew an unserem Glück teilhaben kann. Oh Chakotay, ich liebe Dich so sehr." Sie beugte den Kopf zu ihm hinunter und küsste ihn. Endlich, dachte er glücklich, endlich bin ich am Ziel meiner Träume. Als Kathryn die Krankenstation verliess, um in ihrem Quartier etwas zu schlafen, liess sie einen glücklich schlafenden Chakotay zurück

Ende


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