Story: Wetten NR. 17 und 22
Disclaimer: PARAMOUNT! & Rolf Zuckowski
Dedication: Für alle J/C Fans, R
Gruss: An meine Beta- Readerin
Warnung: Kitschalarm!
Feedback: An CaptKathyWay@aol.com
Author's note: Ich glaube ich würde gerne noch einen Teil schreiben!
Du schaffst mich
Tom, B`Elanna, Harry und Samantha Wildmann sassen nun schon seit Stunden im
Casino. Der Computer simulierte schon seit geraumer Zeit Nacht und so hatten
sie das Casino für sich allein. Sogar Neelix war vor einer Weile verschwunden.
Es hatte einen bestimmten Grund, warum die vier hier zusammen sassen. Zum einen
war es Wette Nr. 22, die sie zusammen geführt hatte. Aber sie genossen es auch,
hier mal ganz ungestört zu sitzen.
"Also, wenn wir nicht bis morgen früh hier sitzen wollen, sollten wir uns jetzt
etwas einfallen lassen."
Tom unterdrückte ein Gähnen, nein, eigentlich tat er das nicht. Er hatte ein
Doppelschicht hinter sich gebracht.
"Tom, reiss dich zusammen!" B`Elanna gab ihm einen freundschaftlichen Schubs.
Samantha lachte.
"Tom hat recht. Wir sollten uns wirklich was einfallen lassen. Es sind
schliesslich nur noch 3 Tage bis zum Talentabend. Also, die alles
endscheidende Frage lautet doch, wie bringen wir Chakotay dazu, daran
teilzunehmen, oder?!"
Alle nickten. Harry goss sich noch etwas Tee ein
.
"Das schaffen wir nie. Wir werden Wette 22 verlieren, seht es endlich
ein, Leute. Chakotay ist jetzt schon völlig überarbeitet, wir werden
ihn nie dazu bringen mitzumachen."
Trübsinnig starrten alle ins Leere. Die Wette 22 hatten sie ins Leben
gerufen, gleich nachdem B`Elanna ihnen erzählt hatte, dass sie heraus
gefunden hatte, dass Chakotay sein Studentenwohngeld an der Akademie
damit finanziert hatte, dass er in Bars Klavier spielte und sang. Keiner
wollte glauben, das ihr Commander je sein Talent auf der Voyager Preis
geben würde und so riefen die vier diese Wette ins Leben, die zur Zeit
Hochkonjuktur hatte. 448 Replikatoreinheiten standen bis zum Talentabend
aus. Und Tom, B`Elanna, Harry und Samantha waren fest entschlossen, diese
zu gewinnen - bis jetzt. Vor Wochen hatten sie schon versucht Chakotay zu überreden.
Samantha richtete sich plötzlich kerzengerade auf. Alle starten sie an.
Sie sah aus, als hätte sie einen Geistesblitz.
"Sam, was ist los?"
"Harry, das ist die Idee, du bist genial!"
"Sam, wovon sprichst du"
Die anderen sahen sie entgeistert an. Sams Augen leuchteten.
"Na, überlegt doch mal, warum ist er denn so, - so geschafft?"
Sie blickte in fragende Gesichter. Es verstand keiner, was sie wollte.
"Na kommt schon. Das ist doch nicht so schwer zu erraten!"
Sam seufzte.
"Also, dann werde ich es euch erklären. Überlegt doch mal, ist euch nicht
auch aufgefallen, dass Chakotay in letzter Zeit sehr, sehr viel Zeit mit
unserem Captain verbringt? Ich glaube Wette 17 hat sich erfüllt, ohne
dass es einer von uns bemerkt hat!"
Tom sprang auf, alle Müdigkeit war aus seinen Zügen gewichen.
"Sam, das ist ja irre. Du meinst, er ist so gestresst, weil er mit
dem Captain zusammen ist?" Tom wartete nicht auf eine Antwort.
"Ja, das ist es bestimmt. Warum bin ich nur nicht darauf gekommen?!
Ich Idiot! Natürlich! Sie versuchen es geheim zu halten."
B`Elanna war fast ebenso aufgeregt wie Sam und Tom.
"Und weil Chakotay Geheimniskrämerei hasst, geht es ihm so schlecht.
Denn der Captain wird ihn sicher dazu angehalten haben, nichts durchsickern zu lassen."
Harry steuerte nun auch seinen Senf bei:
"Ja, und das ist nicht einfach. Wir sollten die Protokolle durchgehen. Vielleicht
verraten sich die beiden an einer Stelle."
Tom war sofort dabei und auch die beiden Damen der Runde nickten. Doch Harry
verpasste ihnen allen einen Dämpfer.
"Nun, jetzt wäre zwar Wette 17 fast geklärt, aber Wette 22 werden wir trotzdem nicht gewinnen."
Sam sah ihn an und grinste.
"Doch, ich habe da eine Idee."
Und so kam es, dass Samantha Wildmann am nächsten Morgen Commander Chakotay in seinem
Quartier aufsuchte.
"Sam, was kann ich für Sie tun?"
Der Commander bot ihr einen Platz auf seinem Sofa an. Sam lies sich nieder und entschied
sich, sofort zur Sache zu kommen.
"Commander, die Frage ist nicht, was Sie für mich tun können, sondern was ich für Sie tun kann."
Chakotay hob eine Augenbraue, so dass Tuvok sicher vor Neid erblasst wäre.
"Wie kommen Sie darauf, dass ich Hilfe brauche? Betätigen Sie sich neuerdings als Schiffsconselor?"
"Wenn mir das hier gelingt, werde ich es in Erwägung ziehen, Commander."
"Nun, Sam?"
"Commander, darf ich offen und ehrlich sein?"
"Natürlich, ich bitte darum."
"Nun, um es kurz zu machen, die Crew macht sich Sorgen, weil Sie - einfach geschafft
aussehen. Nicht dass sie mich missverstehen. Sie sehen zufrieden aus. Aber irgendwas
belastet Sie sehr stark."
"Haben Sie sich mit ihrer Vermutung nicht an Captain Janeway gewannt? Nein, das haben Sie
nicht, sonst sässen Sie nicht hier. Warum? Warum sind Sie nicht zu ihr gegangen, sie
wäre ja die jenige, die davon erfahren müsste..."
"Ich habe mich aus einem ganz bestimmten Grund nicht an den Captain gewandt, denn ich denke,
und da bin ich nicht die einzige, dass Captain Janeway dafür, - na, in gewisser Weise
verantwortlich ist!"
Chakotay sah sie erstaunt an, Sam wurde etwas unsicher. War er sich seiner Sache so sicher oder
hatte sie noch nicht genug Andeutungen gemacht? Oder hatte sie mit ihren Vermutungen etwa doch
daneben gelegen? Sie wagte einen Sprung ins kalte Wasser.
"Nun, wir glauben nein, eigentlich wissen wir, das Sie eine Liebesbeziehung zum Captain haben
und sie darauf besteht, das Sie es geheim halten."
Chakotay lehnte sich zurück und atmete tief durch.
"Wie haben Sie es heraus gefunden?"
Sam lächelte, atmete innerlich auf. Der peinliche Teil des Gesprächs war vorüber, jetzt kam
es darauf an den Rest auch noch zumeistern.
"Es ist offensichtlich! "
"Ich habe Kathryn gesagt, dass wir es nicht geheim halten können Aber sie ist wie besessen,
hat Angst von der Crew nicht mehr ernst genommen zu werden wenn heraus kommt, dass sie was
mit ihrem 1. Offizier hat. Sie hat so viele, sinnlose Argumente. Und ich habe zugestimmt,
es geheim zu halten, weil ich sie nicht verlieren wollte."
Chakotay hatte seinen Kopf in seine Hände gestützt und schien ehrlich verzweifelt. Sam
gab ihm Zeit, sie wollte, dass er sich alles von der Seele reden konnte.
"Ich liebe Kathryn. Aber diese Heimlichtuerei bringt mich um den Verstand. Sie wird
nie zustimmen es öffentlich zu machen, trotzdem sie genauso leidet wie ich. Was soll
ich nur machen?!?"
Chakotay schüttelte den Kopf und Sam wäre am liebsten zu ihm gegangen und hätte
ihm den Arm um die Schultern gelegt.
"Chakotay, verzweifeln sie nicht. Wir haben einen Plan für Sie ausgearbeitet,
der garantiert funktioniert. Glauben Sie mir, unser Captain ist auch nur eine
Frau. Wir rütteln sie tüchtig wach!"
Sam strahlte ihn an und Hoffnung keimte in Chakotay auf. Einmal mehr wurde
ihm bewusst, dass die Voyager schon lange kein gewöhnliches Sternenflottenschiff
mehr war. Sie waren im Deltaquadranten gestrandet und nun über die Jahre hinweg
eine Familie geworden.
Und so kam es, das sich nach drei Tagen alle auf Holodeck 1 versammelten,
um den Talentabend zu geniessen. Chakotay bekam kaum mit, was die andern aufführten.
Die Stimmung war gut. Die Crew hatte glänzende Laune. Chakotay vermutete, dass sich
sein Auftritt, der natürlich als der letzte geplant war, wie konnte es anders
sein, herum gesprochen hatte. Nur der Captain sass nichts ahnend neben ihm.
Sie sah wunderschön aus und er hoffte, dass er es ihr in Zukunft an solchen
freien Abende auch in der Öffentlichkeit sagen konnte.
Dann waren die Darbietungen beendet. Alle gaben Standingovations. Alle
Teilnehmer kamen noch mal auf die Bühne und verbeugten sich. Da ergriff Sam das Mikrofon.
"Liebe Crew. Wir haben nun noch einen Spezialgeest, der ausser der Reihe
mit macht. Bitte begrüsst jetzt mit mir Commander Chakotay"
Janeway sah ihn verwundert an. Er stieg auf die Bühne und setzte sich ans
Klavier. Janeway wurde unruhig. Was hatte Chakotay vor? Sie blickte sich um. Sie sass in der ersten Reihe, eine Flucht war unmöglich. Sollte sie den Wettbewerb abbrechen? Ein ungutes Gefühl breitete sich in ihr aus.
" Computer Programm, beenden."
Durch den tosenden Beifall hörte sie die Computerstimme kaum.
" Befehl nicht ausführbar."
Janeway glaubte die zufriedenen Blicke von mindesten vier Crewmitgliedern
auf sich zu spüren.
Aha, es war also ein abgekartetes Spiel. Es blieb ihr nichts anderes übrig,
als gute Mine zum bösen Spiel zu machen. Also lehnte sie sich zurück und sah zu Chakotay.
Chakotay begann.
Ich hab schon manches mitgemacht
Doch das hat keiner je gebracht
Du schaffst mich
Du schaffst mich
Ich fühl mich wehrlos, wenn du lachst
Der Himmel weiss wie du das machst
Du schaffst mich
Alle lauschten wie gebannt.
Du bringst mich morgens schon auf Trab
Weisst, wann ich aufzuwachen hab
Du schaffst mich
Du schaffst mich
Und soll am Abend Ruhe sein
Fallen dir noch tausend Fragen ein
Du schaffst mich
Tom hielt es für angebracht, dem Ganzen seinen persönlichen Schliff zu
geben. Und so zeigte er den anderen, womit er die letzte Nacht verbracht
hatte. Er schritt zu einer Konsole und projizierte das erste Bild in den
Hintergrund. Captain Janeway an die Tür zu Chakotays Quartier gelehnt.
Er hatte in den Subroutinen des Computers nach Schnappschüssen gesucht
und hatte tatsächlich welche gefunden. Damit überraschte er nicht nur die
Crew und den Captain, sondern auch Sam, Harry, B`Elanna und Chakotay
Ich komm total kaputt nach Haus
Hab nicht mal ganz die Schuhe aus
Schon stehst du lachend in meinem Quartier
Und fragst was machst du jetzt mit mir
Du schaffst mich
Kennst jeden Trick und jeden Kniff
Du schaffst mich
Du hast mich längst schon fest im Griff
Du schaffst mich
Und was ich kaum begreifen kann
Ich hab sogar noch Spass daran
Du schaffst mich
Du schaffst mich
Bild 2: Janeway im Bereitschaftsraum, gestikuliert wild, ihre Augen
leuchten, Chakotay steht schmunzelnd vor ihr.
Harry sah, wie Captain Janeway unruhig auf ihrem Stuhl hin und her
rutschte. Fast tat sie ihm etwas leid.
Dein Kopf der sprudelt vor Ideen
Und ich kann dir nicht wiederstehen
Du schaffst mich
Du schaffst mich
Ich glaub dich treibt ein sechster Sinn
Bis ich K.O. und glücklich bin
Du schaffst mich
Bild 3: Janeway in der Badewanne auf "New Earth"
Dem Captain war dies sichtlich peinlich. Aber sie hatte keine Möglichkeit zur Flucht.
Ich lass mir Badewasser ein
Du steigst bestimmt als erste rein
Und sagst Ich bin der Captain
Und dieses Schiff wird nie untergehen
Du schaffst mich
Kennst jeden Trick und jeden Kniff
Du schaffst mich
Du hast mich längst schon fest im Griff
Du schaffst mich
Und was ich kaum begreifen kann
Ich hab sogar noch Spass daran
Du schaffst mich
Bild 4: Chakotay hält Janeway zärtlich im Arm, ihr Lippen berühren sich fast,
Janeway hält ihre Augen geschlossen, ihr Mund ist leicht geöffnet.
Du weisst genau wo es bei mir funkt
Und findest meinen schwachen Punkt
Du schaffst mich
Du schaffst mich
Du zwingst mich lächelnd in die Knie
Woher nimmst du die Energie
Du schaffst mich
Du schaffst mich....
Als der letzte Ton des Liedes verklungen war wurde es still auf dem Holodeck.
Keiner wagte es zu Atmen. Wie würde der Captain reagieren?
Sie stand auf, langsam, ihre Schritte klangen ungewöhnlich laut, hallten wieder.
Sie betrat die Bühne. Chakotay stand auf, ging seinem Captain entgegen.
Sie standen sich gegenüber, ganz nah. Keiner sagte ein Wort.
In Kathryns Kopf wirbelte es, sie konnte nicht klar denken. Was hatte
er nur getan? Sie war hin und hergerissen.
Sie hob ihre Hand und gab ihm eine Ohrfeige. Laut, viel zu laut hallte der
Schlag durch das Holodeck. Chakotay sah sie unverwandt an.
"Schlag auch auf die andere Wange, wenn dir das hilft, Kathy!" flüsterte er
sanft. Aber auch sein Flüstern war überall zu hören. Kathryn hob die andere
Hand und schlug zu. Ruckartig drehte sie sich um, hob ihr Hände hoch,
betrachtete sie, als sähe sie sie zum ersten mal. In ihren Augen
schimmerten Tränen. Ihre Stimme war erstickt.
"Was habe ich getan? Es hätte nie soweit kommen dürfen."
Resigniert liess sie die Schultern hängen, drehte sich wieder zu
Chakotay um. Ihr Stimme versagte ihr fast.
"Chakotay, es darf nicht so sein, wie werden uns privat nicht mehr
wieder sehen. Es ist aus."
Sie drehte sich um, wollte die Bühne verlassen. Chakotay hielt sie zurück.
"Kathryn, sage mir, dass du mich nicht liebst und ich werde dies alles
vergessen und so tun, als wäre nie etwas zwischen uns geschehen."
"Ich liebe dich nicht."
"Sieh mich an, sag es mir ins Gesicht!"
Er drehte sie grob zu sich rum.
"Ich ... das ist doch albern."
Sie wollte sich losreissen aber Chakotay lies sie nicht gehen.
Er wusste, er hatte nur diese eine Chance. Er durfte sie nicht
gehen lassen oder er würde sie und sich unglücklich machen.
"Sag es mir, schau mich an!"
Zärtlich hob er ihr Kinn, um in ihre tränengefüllten Augen sehen zu können.
"Ich liebe dich nicht."
Ihre Augen straften sie eine Lügnerin. Sie weinte, dicke Tränen rannen
über ihr Gesicht. Sie legte in einem plötzlichen Reflex ihre Arme um
seinen Hals, zog ihn zu sich herunter. Er fasste sie fest, zärtlich
hielt er sie, wartete, bis sie den letzten Schritt tat. Sie berührte
seine Lippen sachte mit ihren. Dann wurde der Kuss fordernder. Sie
öffnete seinen Mund mit ihrer Zunge und tastete nach seiner. Sie war
sich sicher. Löste sich und sagte mit fester Stimme:
"Chakotay, ich kann es nicht leugnen. Ich liebe dich und kann nicht
mehr ohne dich leben. Sternenflottenprotokolle hin oder her. Ich brauche dich,
sonst kann ich dieses Schiff nicht zurück nach Hause bringen."
"Ich liebe dich auch!"
Jetzt war es Chakotay, der sie stürmisch und leidenschaftlich küsste.
Die Crew brach in tosenden Applaus aus. Chakotay hob Kathryn hoch und
ohne den Kuss zu lösen wirbelte er sie herum und drückte sie fest an
sich. Kathryn schmiegte sich eng an ihn. Sie war so zufrieden und
glücklich, wie seit langer Zeit nicht mehr. Eine grosse Last war
von ihrer Schulter genommen worden. Chakotay hatte es mal wieder geschafft.
Ende
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