Story: Chakotay am Rand zum Tode zum Dritten. Langsam tut er mir selber leid!
Disclaimer: Nicht Paranormal (so ist höchstens die Story) Paramount
Author's note: Stirbt er oder stirbt er nicht, das ist hier die Frage
Widmung: Für alle, die froh sind, wenn er es auch diesmal überleben sollte
Stardate: 1. Juni 2000


Erpresst

Kathryn schreckte aus dem Schlaf hoch. Sie war schweissgebadet. Der Traum - ihr Traum - hatte diesen Schweissausbruch verursacht. Sie hatte von ihm geträumt, wie schon so viele Nächte zuvor. Von ihm, ihrem Vertrauen, ihrem Freund, ihrem Berater. Nur eines war er nur in ihren Träumen - ihr Liebhaber. Doch ein Geräusch hatte sie diese Nacht aus diesem schönen Traum gerissen. Doch als sie jetzt versuchte, das Geräusch zu identifizieren, gelang ihr das zuerst nicht. Es kam ihr vor, als wäre es ein Schrei gewesen. Als hätte Chakotay ihren Namen geschrien. Oder war das in ihrem Traum gewesen? Aber der Schrei war voller Schmerz gewesen und ihr Traum war alles andere als schmerzhaft gewesen. Doch warum sollte Chakotay schreien? Hier auf der Voyager waren sie doch sicher. Die Sensoren hätten jede Gefahr sofort erkannt. Sie versuchte, sich wieder zu beruhigen. Den Schrei aus ihrem Bewusstsein zu verdrängen, wieder einzuschlafen. Es wollte ihr nicht gelingen. Sie schielte auf ihren Chronometer. Kurz nach drei Uhr. Mitten in der Nacht. Ihre Schicht begann erst um acht. Was sollte sie tun? ‚Nun komm schon Kathryn', schalt sie sich selber, ‚so etwas kann dich doch nicht aus der Ruhe bringen.' Doch so recht wollte ihr das Einschlafen nicht gelingen. So dämmerte sie in einem Halbschlaf vor sich hin, bis sie es schliesslich nicht mehr aushielt und aufstand. Es war erst fünf, doch was machte das schon. Sie hatte noch genug Arbeit, so dass die zusätzlichen Stunden nicht schaden konnten. Sie stand kurz unter die Dusche, kleidete sich an und machte sich auf den Weg zur Brücke.

Kurz vor drei Uhr in Chakotay's Quartier. Unruhig wälzte er sich im Schlaf hin und her. Seine Träume kreisten wieder nur um ein Thema: Kathryn! Er verzehrte sich nach ihr. Aber nur in seinen Träumen durfte er seinem Verlangen nachgeben. Ein Geräusch liess ihn aufschrecken. Als er die Augen aufschlug erkannte er im Halbdunkel zwei Gestalten. Bevor er zu einer Reaktion fähig war, hielt ihm die eine Gestalt eine Waffe vor das Gesicht und zischte ihm zu: "Keinen Laut, sonst bist du tot." Unsanft rissen sie ihn aus seinem Bett, fesselten und knebelten ihn. ‚Kathryn', rief er in seinen Gedanken nach ihr, ‚Kathryn, hilf mir.' Doch konnte sie ihn hören? Ein Geräusch auf dem Korridor lenkte seine Bewacher kurz ab. Chakotay riss sich los und versuchte, die Tür zu erreichen. Doch er schaffte es nicht. Ein Schlag in den Rücken warf ihn von den Beinen. ‚Kathryn' schrie er noch mal in Gedanken, dann löschte ein brennender Schmerz sein Bewusstsein aus.

Die Nachtschicht schaute überrascht auf, als sie viel zu früh die Brücke betrat. "Lassen sie sich von mir nicht stören", sagte sie nur und verschwand in ihrem Bereitschaftsraum. Sofort machte sie sich über die Arbeit her, doch schon nach ein paar Minuten kehrten ihre Gedanken wieder zu ihrem Traum zurück. Und auch zu dem Schrei, der sie geweckt hatte. Sie grübelte, konnte jedoch zu keiner Erkenntnis gelangen. Quälend langsam verging die Zeit. Doch schliesslich wurde es doch Zeit für den Schichtwechsel. Nun würde er endlich kommen. Zur ihr. Nein, korrigierte sie sich. Nicht zu ihr. Auf die Brücke, zu seinem Job. Einem Job an ihrer Seite. Er würde sie wieder ansehen mit seinen braunen Augen und sie würde sich wieder zusammen nehmen. Denn zusammen konnten sie nur in ihren Träumen sein. Oder auch in seinen? Sie wusste es nicht. Aber hoffen. Hoffen war ja nicht verboten. Kurz nach acht verliess sie ihren Bereitschaftsraum. Ihre Offiziere waren alle hier. Tuvok, Tom, Harry, Chakotay. Chakotay? Sein Sessel war leer. Er und sich verspäten? Nach einem kurzen "Guten Morgen" wandte sie sich sofort an Tuvok: "Haben sie Commander Chakotay schon gesehen?" "Nein, vielleicht wurde er aufgehalten." ‚Oder er hat verschlafen.' dachte sie. "Computer, wo befindet sich Commander Chakotay?" "Commander Chakotay befindet sich nicht an Bord der Voyager." antwortete die Stimme des Computers. Sofort schrillten die Alarmsirenen los. Sowohl die des Schiffes als auch die in Kathryns Kopf. Habe ich mir den Schrei doch nicht eingebildet, schoss es ihr durch den Kopf. Warum hatte sie nicht reagiert? Vielleicht hätte sie ihm helfen können. Doch nun war es zu spät. Sie rannte zum Turbolift und Tuvok folgte ihr. Die Zeit bis zu seinem Quartier dehnte sich unendlich lange. Unterwegs trafen sie mit den angeforderten Sicherheitsleuten zusammen. Endlich standen sie vor der Tür und Tuvok öffnete sie mit seinem Sicherheitscode. Mit bereiten Phasern betraten sie Chakotay's Raum. Er war leer. Sie eilten in sein Schlafzimmer. Doch auch das war leer. Sein Be tt war zerwühlt. Also hatte er noch geschlafen. Aber wo war er jetzt? Er konnte doch nicht einfach spurlos verschwinden. Auch wenn er freiwillig von Bord wäre, sein Verschwinden hätte jemand bemerkt. Also hatte ihn jemand entführt. Doch wer? Wer konnte die Schilde der Voyager durchdringen und jemanden mitnehmen, ohne den Alarm auszulösen? Die Stimme von Harry Kim riss sie aus ihren Gedanken: "Captain, bitte kommen sie sofort auf die Brücke. Es sind zwei fremde Schiffe aus dem Nichts aufgetaucht. Sie rufen uns." "Ich bin unterwegs", antwortete Janeway. Im Eiltempo lief sie durch die Gänge zum Turbolift, gefolgt von Tuvok. "Auf den Schirm", befahl sie, als sie die Brücke betrat. Sofort erschien das Gesicht eines Fremden auf dem Hauptbildschirm. Er hatte ziemliche Aenlichkeit mit einem Menschen, obwohl die Stirn an einen Klingonen erinnerte. Die Augen blickten kalt und ein hämisches Grinsen umspielte seine Lippen. Oder bildete sie sich das nur ein? "Ich bin Captain Kathryn Janeway vom..", begann sie. Doch der Fremde unterbrach sie sofort. "Ich weiss wer sie sind, Captain. Ihr Ruf und der Ruf der Voyager und ihrer Crew eilt ihnen weit voraus." "Darf ich dann auch erfahren, wer sie sind?" Obwohl die Angst und auch Wut in ihr tobte, gelang es ihr, freundlich zu bleiben. "Ich bin Samirun vom Volk der Agmerons und sie sind gerade dabei, in unseren Raum einzudringen. Da wir schon genug von der Aggressivität ihrer Rasse gehört haben, haben wir Vorkehrungen getroffen, dass sie für uns keine Gefahr darstellen." Da er eine Pause machte fragte Janeway: "Von wem haben sie gehört, dass wir aggressiv sind? Das ist nicht wahr. Wir wollen nur so schnell wie möglich nach Hause. Und was für Vorkehrungen?" "Von wem wir unsere Informationen haben, spielt keine Rolle. Sie müssen gar nicht versuchen, sich herauszureden. Wir wissen von ihrer Zerstörungswut. Und was unsere Vorkehrungen betrifft, sehen sie selbst." Er stand auf und nun konnte sie sehen, was sich hinter ihm befand. Ihr Herz setzte für einen Schlag aus und unwillkürlich schn appte sie nach Luft. Da stand Chakotay. Seine Hände waren gefesselt und sein Mund wurde durch einen Knebel verschlossen. Er trug nur seine Pyjamahose, sein Oberkörper war nackt. Sie mussten ihn direkt aus dem Bett geholt haben. Zwei bewaffnete Wächter standen neben ihm. Sie mussten ihn stützen, sonst wäre er wahrscheinlich zusammengebrochen. Nach ein paar Sekunden erschien wieder das Gesicht von Samirun auf dem Bildschirm. "Sie sehen, Captain, wir haben uns gegen jede aggressive Handlung von ihnen abgesichert." "Was wollen Sie?" fragte Kathryn. Sie hatte Angst. Was würden diese Fremden mit Chakotay anstellen? "Wir werden ihren Commander bei uns behalten, bis sie unseren Raum weit hinter sich gelassen haben. Wenn sie keine Gefahr mehr für uns sind, werden sie ihn wieder bekommen. Sollten sie irgendwelche Welten angreifen oder versuchen, ihn zu befreien, wird er darunter sehr zu leiden haben. Sie erhalten eine Flugroute durch unseren Raum. Halten sie sich genau daran und fliegen sie immer mit Warp zwei. Wenn sie sich genau daran halten, werden sie ihn in drei Tagen einigermassen lebendig am Zielpunkt wieder sehen." "Was meinen sie mit einigermassen? Was haben sie mit ihm vor?" fragte Kathryn. Das Herz schlug ihr bis zum Hals. Doch sie versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. "Nun ja," erwiderte Samirun und sein Lächeln war jetzt eindeutig höhnisch, "ihre Spezies, so aggressiv sie ist, interessiert uns doch sehr. Wir werden ihn deshalb einigen Tests unterziehen. Doch keine Angst, er wird es überleben." Kathryn rang um ihre Fassung. Trotzdem zitterte ihre Stimme etwas, als sie beinahe schrie: "Das können sie nicht tun. Wir werden uns genau an ihre Anweisungen halten. Aber lassen sie ihn in Ruhe." Doch das Bild des Agmerons war bereits verschwunden. "Ich erhalte eben den Flugplan." meldete Tom Paris. "Setzen sie einen Kurs. Warp zwei." befahl sie. Was sollte sie auch sonst tun? Sie durfte Chakotay's Leben nicht gefährden. Ausserdem hatten sie ja nun wirklich keine feindlichen Absichten. Wie kam dieser Samirun nur a uf so eine absurde Idee? "Besprechung in 15 Minuten. Tuvok, informieren sie die anderen." Sie drehte sich um und betrat ihren Bereitschaftsraum. Dort liess sie sich auf ihren Sessel fallen und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. Drei Tage. Drei Tage voller Ungewissheit und Angst. Was würden sie mit Chakotay anstellen? Würden sie Wort halten und ihn freilassen, wenn die Voyager den Raum der Agmerons verlassen hatte? Mein Gott, was soll ich nur tun, wenn ich ihn nicht mehr wiedersehe?

Als Samirun die Verbindung zur Voyager unterbrochen hatte, drehte er sich zu Chakotay um. "Ihr Captain scheint vernünftiger zu sein, als ich gedacht habe. Nun ja, wir werden sehen, ob das so bleibt. Bringt ihn in seine Zelle zurück. Ich werde mich später mit ihm befassen." Die beiden Wächter, es waren die selben, die ihn aus seinem Quartier geholt hatten, zerrten ihn weg. Bei seiner Zelle angekommen, gab ihm der eine Kerl einen Stoss und Chakotay stolperte hinein. Mit seinen gefesselten Händen konnte er das Gleichgewicht nicht halten. Er fiel hin und schlug mit dem Kopf hart gegen die Pritsche. Er spürte, wie ihm das Blut aus einer Wunde an seiner Stirn lief. Es tropfte ihm in die Augen, doch er konnte nichts dagegen tun. Mühsam quälte er sich auf die Beine und setzte sich auf die Pritsche. Hier war er auch aufgewacht. Er konnte sich nur noch an die zwei Männer erinnern, die ihn mitten in der Nacht aus seinem Bett geholten hatten. Dann sein Fluchtversuch, der brennende Schmerz in seinem Rücken. Danach nur noch Schwärze, bis er hier wieder zu sich gekommen war. Es hatte kein Gefühl mehr in seinen Händen. Das Seil, mit dem er gefesselt war, schnitt ihm tief in die Haut. Ausserdem behinderte ihn der Knebel beim Atmen. Er hatte Kathryn auf dem Schirm gesehen. Nun wusste er auch, warum sie ihn entführt hatten. Sie benutzten ihn als Druckmittel. Doch das war doch gar nicht nötig. Die Voyager hatte noch nie friedliche Raumschiffe oder Planeten angegriffen. Nur wenn sie angegriffen wurden, mussten sie sich doch verteidigen. Ihnen deshalb besondere Aggressivität vorzuwerfen war absurd. Und von was für Tests hatte Samirun bloss gesprochen? Was hatten sie mit ihm vor? Seine Kopfverletzung hatte aufgehört zu bluten, doch die hämmernden Kopfschmerzen blieben.

Pünktlich nach 15 Minuten fanden sich die Führungsoffiziere im Besprechungsraum ein. In allen Gesichtern, bis auf das von Tuvok natürlich, sah Kathryn die gleichen Gefühle, die auch sie hatte. Wut und Angst. Wut auf die Entführer und Angst um den 1. Offizier der Voyager. Tuvok ergriff als erster das Wort: "Ich habe alle Sensorlogbücher gecheckt. Wie die Entführer unbemerkt auf die Voyager gelangen konnten, kann ich nicht erklären. Commander Chakotay verschwand um 2.58 Uhr spurlos von der Voyager." Alle Blicke richteten sich erstaunt auf den Captain. Erst jetzt merkte sie, dass sie bei der Erwähnung der Zeit die Luft geräuschvoll eingeatmet hatte. Kurz vor drei Uhr war sie von Chakotay's Schrei aufgewacht. Sie hatte sich das also doch nicht eingebildet. "Ich habe ihn schreien gehört", erklärte sie, "kurz vor drei Uhr bin ich davon aufgewacht." "Das kann aber nicht sein," bemerkte Tuvok, "so ein lautes Geräusch hätten die Sensoren registriert." "Aber ich habe ihn gehört," beharrte Kathryn, "ich bin da jetzt ganz sicher." "Vielleicht hat er auf geistiger Ebene nach ihnen gerufen, Captain." Ueberrascht sah Kathryn Tuvok an. Bei jedem anderen hätte sie einen Scherz vermutet. Aber nicht bei Tuvok und schon gar nicht in dieser Situation. "Auf geistiger Ebene?" fragte sie trotzdem. "Nun ja. Wie sie wissen, können sich Vulkanier telephatisch verständigen. Warum sollte das bei Menschen, die sich nahestehen, nicht auch geschehen? Vor allem in Stresssituationen soll das schon vorgekommen sein." Tuvok sprach so ruhig, als ob er über das Wetter plaudern würde. Doch bei Kathryn lösten seine Worte eine ganze Welle von Gefühlen aus. Also hatte sie ihn doch gehört. Er hatte nach ihr gerufen und sie hatte ihm nicht geholfen. Weil sie gedacht hatte, dass sie sich alles nur eingebildet hatte. Sie wandte sich schnell ab. Tränen brannten in ihren Augen. Sie hätte es wissen müssen. Doch woher wusste Tuvok, wie nah sie und der Commander sich standen? Er konnte doch nichts von ihren Träumen wissen. Und ausserhalb ihrer Träume hatte es ni chts aussergewöhnliches gegeben. Oder etwa doch? Hatte sie sich mit Blicken und Gesten verraten? Wusste Tuvok, wie sehr sie Chakotay liebte, ohne es zuzugeben? Weder vor sich selbst und schon gar nicht vor Chakotay oder der Crew. Denn dass sie ihn von ganzem Herzen liebte, wurde ihr erst jetzt bewusst, jetzt als er nicht mehr bei ihr war. Doch diese Ueberlegungen brachten sie jetzt nicht weiter. Sie drängte die aufsteigenden Tränen zurück und drehte sich wieder zu ihren Offizieren um. "Was können wir tun?" "Uns an die Route halten." meinte Tom, "Da wir die Raumschiffe der Entführer nicht orten können, wissen wir nicht, wo sich Chakotay befindet. Wir können nur darauf vertrauen, dass Samirun die Wahrheit sagte und er ihn frei lässt, wenn wir ihren Raum verlassen." "Und was ist mit den Tests, die Samirun erwähnte? Wenn sie ihn dabei töten, wenn auch unabsichtlich?" warf Harry ein. "Versuchen sie weiter, Chakotay zu orten. Wir fliegen unterdessen auf der vorgeschriebenen Route weiter. Da sie ihn ja zurück bringen wollen, können sie sich nicht allzu weit von uns aufhalten. Es muss eine Möglichkeit geben, den Tarnschild zu durchbrechen. Ich brauche Optionen, falls die Agmerons sich nicht an die Abmachung halten. Falls es nichts mehr zu sagen gibt. Wegtreten." Die Offiziere erhoben sich und Kathryn blieb mit ihren Gedanken allein zurück. Oh Chakotay, wo bist du bloss? Und was werden sie dir antun? Eine Träne fand ihren Weg über ihre Wange. Sie wischte sie weg. Doch die Angst blieb.

Chakotay lehnte mit den Schultern an der Wand. Die Kopfschmerzen hatten etwas nachgelassen. Doch sein Rücken brannte immer noch wie Feuer. Die Haut musste verbrannt sein. Trotzdem fror er, den er trug immer noch nichts als seine dünne Pyjamahose. Und es war verdammt kalt in diesem Raum. Er wusste nicht, wie lange er schon hier war, sein Zeitgefühl war total abhanden gekommen. Seine Finger spürte er nicht mehr und das Atmen wurde immer schwerer. Dieser verdammte Knebel. Er hatte versucht, ihn loszuwerden aber er sass zu fest. Plötzlich hörte er Schritte. Drei Männer betraten den Raum. Es war Samirun mit den beiden Wächtern. "Es wird Zeit. Holen sie ihn raus." Das Kraftfeld vor der Zelle wurde deaktiviert und die beiden Wächter betraten die Zelle. Grob rissen sie den Commander von der Pritsche hoch. Die Fesseln schnitten noch tiefer in sein Fleisch. Er konnte ein Stöhnen nicht mehr unterdrücken. Seine Beine gaben nach und er wäre gestürzt, wenn ihn die beiden Wächter nicht festgehalten hätten. Mit ihrer Hilfe kam er wieder auf die Füsse. Mehr stolpernd als gehend schleppte er sich zwischen seinen Bewachern voran. Sie gelangten in einen weissen Raum. Darin stand eine Liege und auf Tischen lagen verschiedene Geräte, die Chakotay nicht kannte. Samirun trat neben einen Tisch und kontrollierte seine Instrumente. Einer der Wächter löste Chakotay's Fesseln und den Knebel. Seine Hände brannten, als das gestaute Blut wieder anfing zu fliessen. Das Seil hatte blutige Striemen hinterlassen. Er wollte seine Handgelenke massieren, doch da hatten ihn die Wächter schon wieder gepackt und führten ihn zu der Liege. Sie zwangen ihn, sich hinzulegen und banden ihn an Händen und Füssen darauf fest. Dann verschwanden sie. "So, dann wollen wir mal." sagte Samirun, als er sich zu Chakotay umdrehte. "Warum tun sie das?" fragte Chakotay, "Wir haben nicht die Absicht, friedliche Zivilisationen anzugreifen. Wir kämpfen nur, wenn wir dazu gezwungen werden. Wer hat ihnen bloss dieses Märchen erzählt, dass wir grundlos aggressiv seien?" "Ach w issen Sie, Commander, ich brauchte einen Grund für meine Regierung, damit ich die Erlaubnis für ihre Entführung bekam. Schliesslich brauche ich sie für ein paar Tests. Dass ihre Rasse aggressiv ist, habe ich erfunden. Doch ich habe so viel von der Voyager gehört, dass ich neugierig geworden bin." "Sie haben alles erfunden, nur um mich entführen zu können? Das verstehe ich nicht." "Nun ja, ich habe da ein paar Dinge erfunden, die ich gerne an einem intelligenten Wesen ausprobieren will. Nur leider habe ich keine Erlaubnis bekommen. Da kam mir die Voyager gerade recht. So, nun haben wir aber genug geredet." Mit einem Stück Gummi band er Chakotay' s Oberarm ab, damit sich das Blut staute. Samirun nahm etwas vom Tisch. Chakotay hatte so ein ähnliches Instrument schon einmal gesehen. Die Aerzte auf der Erde hatten sie früher benutzt, bevor die Injektoren erfunden wurden. "Ich weiss, sie haben effektivere Mittel, um Medikamente zu injizieren. Die haben wir übrigens auch. Aber ich bevorzuge die guten alten Nadeln." erklärte Samirun, während er die Spritze mit einer gelblichen Flüssigkeit füllte. Als sich Samirun mit der Spritze näherte, riss Chakotay an seinen Fesseln. Doch sie hielten zu fest. Ausserdem war er von der brutalen Behandlung immer noch geschwächt. "Machen sie es sich doch nicht noch schwerer." Samirun grinste. Chakotay spürte, wie die Nadel in seine Vene stach. Langsam injizierte Samirun ihm das Mittel. Als die Nadel wieder herausgezogen wurde, hinterliess sie ein Brennen. Fast sofort setzte die Wirkung ein. Chakotay's Herz schlug schneller, Schweiss brach ihm aus und seine Muskeln zuckten unkontrolliert. Heisser Schmerz zuckte durch seinen Körper. Er bäumte sich in seinen Fesseln auf. Samirun stand ungerührt daneben und machte sich Notizen. Der Schmerz wurde immer schlimmer. Chakotay schrie, doch ausser Samirun hörte niemand seinen Schmerz. Und der war nur an seinen Aufzeichnungen interessiert. Dann wurde der Schmerz zu gross für Chakotay's Körper. Er sackte zusammen. Tiefe Bewusslosigkeit erlöste ihn. ‚ Verdammt,' dachte Samirun, ‚ diese Menschen halten ja nicht gerade viel aus.' Er versuchte, Chakotay zu wecken. Er schlug ihm ins Gesicht. Als das nichts nützte, holte er einen Injektor und injizierte ihm ein anregendes Mittel. Doch Chakotay's Körper war so geschwächt, dass auch eine zweite Dosis ihn nicht ins Bewusstsein zurückbrachten. Die Muskelzuckungen hatten aufgehört. Doch Chakotay's Herz spielte plötzlich nicht mehr mit. Es schlug immer langsamer.

B'Elanna und Harry hatten den ganzen Tag versucht, Chakotay' s Lebenszeichen zu finden. Doch das war nicht so einfach. Die Raumschiffe der Agmerons waren so gut abgeschirmt, dass bis jetzt nichts funktioniert hatte. "Verdammt noch mal", B'Elanna schlug mit der Faust auf die Konsole, "ich verstehe das einfach nicht. Nichts klappt. Diese verdammten Kerle. Schleichen sich unbemerkt auf die Voyager, entführen Chakotay und nun schaffen wir es nicht einmal, ihn aufzuspüren. Das darf doch alles gar nicht wahr sein." "B'Elanna, so ein Wutausbruch bringt uns überhaupt nicht weiter." versuchte Harry die wütende Halb-Klingonin zu beruhigen. "Du hast ja recht, Harry aber es macht mich wütend, dass diese Kerle uns so übertölpeln können. Es muss doch eine Möglichkeit geben, Chakotay zu lokalisieren." "Zuerst müssten wir aber mal das Raumschiff finden. Ich bin mit meiner Weisheit am Ende." Doch sie wollten nicht aufgeben. Irgendwas musste ihnen doch einfallen.

Kathryn Janeway sass in ihrem Bereitschaftsraum und versuchte, sich irgendwie abzulenken. Doch sie schaffte es nicht, ihre Gedanken auf die Arbeit zu konzentrieren. Immer wieder schweiften sie ab, suchten nach Chakotay. Warum hörte sie ihn nicht mehr, so wie in der Nacht, als er entführt wurde. Je länger sie darüber nachgedacht hatte, desto überzeugter war sie davon, dass Tuvok recht hatte. Chakotay hatte mental mit ihr Kontakt aufgenommen und sie hatte ihn ignoriert. Hatte nicht an eine solche Möglichkeit gedacht. Sie hatte ihn im Stich gelassen. Doch bei Chakotay musste sie doch mit so etwas rechnen. Ihre Augen brannten von zurückgehaltenen Tränen, doch schliesslich hielt sie es nicht mehr aus. Sie liess den Tränen freien Lauf. Heiss liefen sie ihr die Wangen hinunter. Sie stand auf und ging zu ihrem Sofa. Sie kniete sich darauf und starrte in den Weltraum. Sie stellte sich sein Gesicht vor, sah jede Einzelheit, sein Lächeln, das Tattoo auf seiner Stirn. Sie konzentrierte sich immer mehr. Und plötzlich wusste sie genau, wo er war. Sie konnte ihn sehen. Er lag gefesselt auf einer Liege und wand sich vor Schmerzen. Zuerst dachte sie, dass ihre überspannten Nerven ihr einen Streich spielten. Aber alles war so echt. Sie sah auch Samirun, der ungerührt nehmen ihrem Geliebten stand und seine Notizen machte. Sie hielt es fast nicht mehr aus, Chakotay's Schmerzen mitanzusehen. Er rief nach ihr. Immer wieder. Seine Schreie hallten in ihrem Kopf. Doch sie zwang sich, weiterzumachen. Sie durfte den Kontakt nicht verlieren. "Janeway an Brücke" "Tuvok hier." kam sofort die Antwort. "Tuvok, Samirun's Raumschiff fliegt direkt neben meinem Fenster. Etwa zweihundert Meter entfernt. Versuchen sie, es mit einem Traktorstrahl einzufangen." "Aye, Captain" antwortete er. Keine Frage, woher sie wusste, wo das Raumschiff ist.. Er wusste, dass der Captain keinen Befehl ohne Grund gab und Fragen überflüssig sind. Gleich darauf sah sie das Flackern. Der Traktorstrahl war auf etwas getroffen. Sie hatten es tatsächlich gefunden. Er war die ganze Zeit so nah gewesen. So nah und sie hatte es nicht gemerkt. Das Flackern wurde stärker, bis das kleine Raumschiff schliesslich sichtbar wurde. Langsam wurde es gegen die Shuttle-Rampe der Voyager gezogen. Kathryn sprang auf. Im Laufen rief sie den Doktor "Janeway an Doktor, medizinischer Notfall. Melden sie sich sofort in Shuttle-Rampe zwei." Seine Antwort hörte sie schon nicht mehr. Zusammen mit Tuvok betrat sie den Turbolift.

Samirun konnte es nicht glauben. Die Crew der Voyager hatte ihn tatsächlich gefunden. Er hatte geglaubt, dass ihre Technik nicht so weit fortgeschritten wäre, dass er keine Gefahr lief, vor Beendigung seiner Experimente gefunden zu werden. Doch er hatte diese Menschen unterschätzt. Das alles andere als Technik zu seiner Entdeckung geführt hatte, konnte er nicht ahnen. Na ja, das Experiment war sowieso zu Ende. Das Herz des Menschen schlug nur noch ganz schwach und unregelmässig.

"Kim an Janeway. Samirun nimmt Kontakt auf." "Ich höre sie, Samirun." antwortete sie. "Gratulation, Captain. Sie haben es tatsächlich geschafft, mich zu verblüffen. Aber es nützt ihnen nichts. Wenn sie ihren Traktorstrahl nicht sofort deaktivieren, wird ihr Commander sterben." "Wenn sie ihn töten, jage ich ihr Schiff in die Luft," drohte Janeway. "Nun gut, einigen wir uns. Sie bekommen Chakotay und lassen mich dafür ziehen. Entscheiden sie sich schnell, er stirbt." Janeway wusste, dass Samirun nicht bluffte. Sie hatte Chakotay gesehen. Lange konnte er diese Tortour nicht mehr überleben. "Einverstanden, beamen sie ihn in die Shuttle-Rampe, gegen die sie gezogen werden. Sobald er in Sicherheit ist, lassen wir sie los." Während sie das sagte, erreichte sie die Tür zum Shuttle-Raum. Die Tür öffnete sich, der Doktor war bereits hier. In diesem Augenblick materialisierte Chakotay vor ihr. In einem ersten Impuls wollte sie zu ihm laufen. Doch sie hielt sich zurück. Der Doktor musste sich um ihn kümmern. Sie hatte ihn zurück. Für alles andere war später noch Zeit. "Janeway an Kim. Deaktivieren sie den Traktorstrahl. Chakotay ist hier."

Sobald der Commander vor ihm materialisierte, beugte sich der Doktor über ihn. Sein Tricorder zeigte beunruhigende Signale an. Chakotay's Körper war schwer geschwächt, sein Herz schlug nur noch ganz schwach. Was hatte dieser Samirun nur mit ihm angestellt? "Computer, Nottransport zur Krankenstation." Chakotay und der Doktor verschwanden und materialisierten gleich darauf auf der Krankenstation. Der Doktor holte einen Injektor. Zischend entlud sich das Medikament in Chakotay's Hals. In diesem Moment stürmte Tom herein. "Kann ich ihnen helfen?" fragte er. "Sie melden sich freiwillig?" wunderte sich der Doktor. Aber natürlich war er froh über Tom's Hilfe. Zu zweit versuchten sie, den Commander wieder ins Leben zurück zu holen. Doch das erwies sich als gar nicht so einfach. Was immer dieser Kerl Chakotay gespritzt hatte, es gelang dem Doktor nicht, die Substanz zu neutralisieren. So konnte er nur seinen Kreislauf stabilisieren und darauf hoffen, dass Chakotay's Körper selbst damit fertig wurde.

Captain Janeway hatte Tuvok wieder zurück auf die Brücke geschickt. Sie selbst war zur Krankenstation geeilt. Als sie dort ankam, sah sie, wie sich der Doktor und Tom um Chakotay kümmerten. Um die beiden nicht zu stören, setzte sie sich neben dem Eingang auf den Boden. Während sie wartete tat sie etwas, das sie schon lange nicht mehr getan hatte, sie betete. Stumm bewegten sich ihre Lippen, während ihr die Tränen über ihre Wangen liefen. Er durfte nicht sterben. Sie hatte ihn doch gerettet. In höchster Not hatte er nach ihr gerufen und sie hatte ihn gehört. Sie liebte ihn. Warum hatte sie das nicht schon lange gemerkt? So lange Zeit war er an ihrer Seite gewesen und erst als sie ihn beinahe verlor, kam ihr die Erkenntnis. Nach dem Erhalt von Mark's Brief, hatte sie zu ihm gesagt, es bleibe noch viel Zeit. Doch wie schnell konnte diese Zeit vorbei sein.

"Mehr können wir für ihn nicht tun, Mr. Paris", sagte der Doktor bedrückt, "den Rest muss er selbst schaffen." Er wollte zu seinem Büro, wollte den Captain informieren. Erst jetzt sah er sie an der Wand kauern. Er ging zu ihr. "Captain?" Sie schaute zu ihm hoch und jetzt sah er auch, dass ihre Augen vom Weinen ganz rot waren. Sie weinte? Wegen Chakotay? Ich glaube, ich habe da irgendwas nicht mitbekommen. Er reichte ihr die Hand und half ihr auf die Beine. "Wie geht es ihm? Wird er überleben?" Sie traute sich fast nicht zu fragen. "Er ist noch sehr schwach und ich kann das Gift nicht neutralisieren. Aber zur Zeit ist sein Zustand stabil. Sein Körper muss nun selber damit fertig werden. Ich glaube, wenn er die Nacht durchhält, wird er überleben." "Darf ich zu ihm?" "Sie dürfen. Aber seien sie leise. Er braucht Ruhe."

Kathryn trat leise an sein Bett. Wie blass er war. Jetzt bedauerte sie, dass ihr Samirun entkommen war. Wie hatte er Chakotay nur so etwas antun können. Wenn sie ihn in diesem Moment in die Finger gekriegt hätte. Sie wusste nicht, ob sie sich dann noch hätte beherrschen können. Doch es war zu spät. Er war bestimmt schon weit weg. Sie holte sich einen Stuhl und setzte sich neben das Bett. Zärtlich strich sie über Chakotay's Stirn. Ja, sie liebte ihn. Von ganzem Herzen. Und sie würde zu dieser Liebe stehen. Egal, was die Crew dazu sagte oder das Protokoll. Das Protokoll. Sie hatte immer versucht, sich dahinter zu verstecken. Sie als Captain und ihr erster Offizier als Paar? Das war nach Protokoll schlichtweg unmöglich. Doch sie waren hier im Delta- Quatranten. Galt das Protokoll hier überhaupt? Na ja, vielleicht zum Teil. Aber ein Leben ohne Liebe nur wegen dem Protokoll. Nein, dazu war sie nicht mehr bereit. Sie merkte gar nicht, wie sie über ihrer Grübelei müde wurde. Ihr Kopf sank auf seine Brust und so schlief sie ein.

Ein lautes Pfeifen weckte sie aus ihrem kurzen Schlaf. Zuerst wusste sie nicht, wo sie sich befand. Doch da fiel ihr Blick auf Chakotay. Er schnappte nach Luft. Bildete sie sich das nur ein oder war er noch blasser geworden? Schon kam der Doktor aus seinem Büro gestürmt. "Treten sie bitte zurück, Captain." Er studierte rasch die Anzeige des Tricorders und griff nach einem Injektor. Doch das Pfeifen hörte nicht auf. "Was ist los? Tun sie doch etwas. Er stirbt." Kathryn stand neben dem Biobett und zitterte am ganzen Körper. Das konnte doch nicht sein. Da hatte er es bis hierhin geschafft und nun starb er doch noch? Nein, das durfte nicht sein. Sie griff nach seiner Hand. Sie fühlte sich kalt und feucht an. ‚Nein!' schrie sie in Gedanken, ‚Chakotay, du darfst mich nicht verlassen. Ich liebe dich so sehr. Ich kann nicht mehr ohne dich leben.' Wie wenn er nur auf dieses Geständnis gewartet hätte, normalisierte sich Chakotay's Atem, das schrille Pfeifen hörte schlagartig auf. Verwundert blickte der Doktor den Captain an. Er konnte sich diese plötzliche Reaktion nicht erklären. "Seine Lebenszeichen werden immer stärker. Nun hat er es geschafft." Der Doktor ging zu Kathryn. "Kommen Sie Captain. Sie sollten sich auch etwas hinlegen." "Nein, ich will bei ihm bleiben. Ich ..." Weiter kam sie nicht mehr. Ihre Knie gaben nach. Der Doktor konnte sie gerade noch auffangen. Er hob sie hoch und legte sie auf das zweite Biobett. ‚Da hat sich wohl jemand etwas übernommen. Welche Ueberraschung', dachte er. Er holte eine Decke und hüllte sie damit ein. "Schlafen sie gut, beide." Dann zog er sich in sein Büro zurück.

Das erste, an das er sich erinnerte, waren die Schmerzen. In immer schneller werdenden Wellen waren sie durch seinen Körper gerast. Er hatte nach ihr geschrien. Nach seiner Kathryn. Immer wieder. Nun würde er sie nie mehr sehen. Dann hatte sich die Dunkelheit über sein Bewusstsein gelegt, hatte die schrecklichen Schmerzen einfach ausgelöscht. Er liess sich treiben. Genoss die Stille. Es war vorbei. Er war tot. Oder? Etwas hielt ihn immer noch zurück. Ein Gedanke. Ein Gesicht schälte sich aus der Dunkelheit. Ihr Gesicht. Er hörte ihre Stimme. Sie rief nach ihm. Du darfst mich nicht verlassen. Ich liebe Dich so sehr. Hatte er sich verhört? Nein, sie war es wirklich. Ihre Stimme hatte ihn zurückgeholt. Er wollte bei ihr bleiben. Nun lichtete sich die Dunkelheit langsam. Er war zurückgekehrt. Zu ihr. Er schlug die Augen auf und schaute in Tom's grinsendes Gesicht. "Na, auch wieder unter den Lebenden?" Tom strahlte übers ganze Gesicht. Auf der anderen Seite stand der Doktor und scannte ihn. "Das Gift ist beinahe verschwunden. Sie werden sich noch eine Weile schonen müssen. Aber bald sind sie wieder wie vorher." Wie vorher? Nein, so würde er nie mehr sein. Kathryn hatte sich endlich zu ihrer Liebe bekannt. Sie hatte sich verändert. Sie hatte ihn zurückgeholt. Ihm die Kraft gegeben, weiter zu kämpfen. "Wo ist Kathryn?" brachte er mühsam hervor. "Liegt auf dem anderen Biobett. Ich werde sie holen." Doch der Doktor konnte sich die Mühe sparen. Kathryn hatte die Stimmen gehört. Schon stand sie neben Chakotay und nahm seine Hand. Zärtlich strich sie ihm über die Stirn. "Oh Chakotay, beinahe hätte ich dich verloren, bevor ich dir sagen konnte, wie sehr ich dich liebe." Tom's erstaunter Blick sprach Bände. Er hatte zwar immer mit so etwas gerechnet. Er hatte sogar darauf seine kostbaren Replikatorrationen verwettet, dass die beiden zusammen kommen. Doch es nun vom Captain selbst bestätigt zu bekommen, war doch etwas viel. Kathryn schaute auf. "Tom, machen sie den Mund zu und verschwinden sie endlich. Haben sie nicht Dienst auf der Brücke?" "Aye, Captain." war alles, was ihm dazu einfiel. Er rannte förmlich aus der Krankenstation. Na, die anderen würden wohl genau so aus der Wäsche gucken, wenn er diese Neuigkeit erzählte. Er grinste und malte sich schon aus, was er sich mit den gewonnenen Rationen alles leisten konnte.

Tom war endlich weg. Nun störte nur noch der Doktor. Kathryn räusperte sich. Doch wie immer, verstand der Doktor wieder einmal nicht, dass er störte. Kathryn musste deutlicher werden. "Doktor, würden sie bitte endlich verschwinden oder muss ich sie abschalten?" "Hm." Verlegen kratzte sich der Doktor am Kopf. Ein verlegenes Hologramm! Wo gab es schon sowas ausser auf der Voyager? "Entschuldigen sie mich", murmelte er und beeilte sich, ins Büro zu kommen. Endlich allein. "Kathryn," seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, "deine Stimme hat mich zurückgeholt. Ich liebe dich auch. Ich liebe dich, seit ich dich das erste Mal sah." Sie beugte sich über ihn und verschloss seine Lippen mit einem zärtlichen Kuss.

The End

Kitschig? Na ja, Liebe kann ja so schön sein!!


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