Story: Chakotay bekommt mitten in der Nacht Besuch.
Disclaimer: Paramount
Author's note: Ich konnte mal wieder nicht schlafen. Das ist dabei herausgekommen.
Widmung: Für alle, die diese Geschichte lesen.
Stardate: 14. Dezember 2000
Gedanken einer Nacht
Seit bald einer Stunde starre ich nun an die Decke.
Ich kann nicht schlafen.
Irgendwie kann ich immer noch nicht glauben, was heute Nacht passiert ist.
Dein Kopf ruht auf meiner Schulter.
Deine linke Hand hat sich in meine rechte verschränkt.
Deine Haare kitzeln mich in der Nase aber ich will mich nicht bewegen, aus Angst dich zu wecken.
Ich spüre, wie deine Tränen auf meiner Haut trocknen.
Als ich den Türmelder hörte und dich nach meinem Herein in der Tür stehen sah,
habe ich mich gefragt, was der Captain so spät noch von mir will.
Doch ich hatte mich geirrt.
Nicht Captain Janeway stand dort im Türrahmen.
Nicht die eiserne Lady.
Die Frau ohne Gefühle.
Sondern dort stand Kathryn.
Meine Kathryn.
Die Kathryn, die ich glaubte auf Neu Erde zurückgelassen zu haben.
Doch nun stand sie wieder vor mir.
Und du hast geweint.
Es hat mir fast das Herz zerrissen, dich so zu sehen.
Die Tränen hatten nasse Spuren auf deinen Wangen hinterlassen.
Dein Haar war zerzaust, nicht ordentlich, wie ich es sonst immer sah.
Ich war wie erstarrt, konnte mich nicht bewegen.
Erst als du langsam auf mich zu kamst, löste sich die Starre.
Ich kam dir entgegen.
Wortlos warfst du dich in meine Arme.
Erneut füllten sich deine Augen mit Tränen.
Ein Weinkrampf liess deinen ganzen Körper beben.
Ich hielt dich fest in meinen Armen.
Strich dir beruhigend übers Haar.
So standen wir schweigend zusammen.
Ich kann nicht mehr sagen, wie lange wir so standen.
Ich weiss nur noch, dass ich deine Nähe genoss.
Dass ich den Duft deines Haares tief einatmete.
Ich spürte dich, doch ich hatte trotzdem Angst, dass dies nur ein Traum war.
So nah warst du mir seit Neu Erde nicht mehr.
Ich liess dich weinen, obwohl mir nicht ganz klar war, aus welchem Grund du geweint hast.
Eigentlich ist es mir immer noch nicht ganz klar.
Als du dich endlich etwas beruhigt hattest, hast du mich mit deinen tränennassen Augen angesehen.
Und deine Frage liess mein Herz einen Schlag aussetzen.
Chakotay, kannst du mir verzeihen?
Meine Kehle war plötzlich wie zugeschnürt.
Ich konnte nicht sprechen, so habe ich nur genickt.
Dann hast du mich zu meinem Bett gezogen und wir liessen uns darauf nieder.
Du hast mir von deinen Zweifeln erzählt.
Von den Aengsten, die dich schon so lange quälen.
Und immer wieder sind dir Tränen über die Wangen geflossen.
Ich wusste nicht was ich sagen, was ich tun sollte.
Und so habe ich gar nichts gesagt und auch nichts getan.
Habe dich einfach reden lassen.
Habe dir schweigend zugehört.
Bis du alles gesagt hattest, was dich bedrückt.
Die ganze Zeit hast du auf unsere Hände gesehen, die ineinander verschlungen waren.
Und dann hast du mir in die Augen gesehen und mir endlich das gesagt,
was ich schon die ganzen Jahre herbei gesehnt hatte.
Ich liebe dich, Chakotay. Ich will nicht mehr ohne dich leben.
Ich spürte, wie mir die Tränen in die Augen stiegen.
Doch ich schämte mich ihrer nicht.
Wie konnte ich auch.
Es waren Tränen des Glücks.
Sanft zog ich dich zu mir heran, küsste dich zärtlich auf den Mund.
Zunächst schmeckte ich nur das Salz deiner Tränen.
Doch der Kuss wurde immer intensiver.
Und zwischen all der Tränen schmeckte ich endlich meine Kathryn.
Das Glücksgefühl, das mich durchströmte, kann ich gar nicht beschreiben.
Endlich, endlich war es dir gelungen, die Vorschriften abzustreifen.
Völlig ausser Atem lösten wir diesen ersten, befreienden Kuss.
Fragend schautest du mich an.
Ich liebe dich auch, Kathryn.
Das war alles, was ich herausbrachte.
Doch mehr Worte brauchte es auch nicht.
Im zweiten Kuss brach die ganze Leidenschaft durch,
die wir so lange eingesperrt hatten.
Ineinander verschlungen liessen wir uns auf das Bett sinken.
Als wir uns wieder voneinander lösten,
habe ich dir meinen Arm als Kopfkissen angeboten.
Du hast dich an mich gekuschelt.
Deine linke Hand in meiner rechten verschlungen.
Und du hast wieder geweint.
Doch diesmal vor Glück.
Und so bist du eingeschlafen.
Das war vor über einer Stunde.
Ich liege immer noch so da.
Unfähig, mein Glück zu begreifen.
Du bewegst dich.
Ich fürchte schon, dass du aufwachst.
Ich will nicht, dass du wach wirst.
Ich will diesen Moment möglichst lange auskosten.
Wer weiss, was morgen sein wird.
Doch du schmiegst dich nur noch näher an mich.
Dein Kopf liegt nun auf meiner Brust.
Im Schlaf murmelst du meinen Namen.
Ich werde diese Nacht nicht schlafen.
Morgen werde ich wohl fürchterlich aussehen.
Doch es ist mir egal.
Es ist nicht die erste Nacht, die ich wegen dir nicht schlafen kann.
Es gibt noch so viele Nächte.
Doch nun werden sie nie mehr einsam sein.
Ende
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