Geboren wurde ich am 22. Februar 1995 in Rothenthurm im Kanton Schwyz. Meine Papiere sind aber original amerikanisch. Direkt aus Forth Worth in Texas. Ein Amerikaner in der Schweiz halt. Meine Mutter wurde noch aus den Staaten importiert. Ihr Name ist Boston's Echo.
Hier seht Ihr meinen Vater, Mr. Leo Dixon. Stattlicher Kerl, was? Nun wisst Ihr auch, wie mein Name zustande kam. Ach ja, dann habe ich noch eine Schwester, sie heisst Atlanta.
Zuhause bin ich in einem Offenstall mit Auslauf. Zusammen mit meinen Kollegen vertreibe ich mir da die Zeit. Da ist zuerst mal die schwarze Bente. Sie ist eine Friesenstute und etwas grösser als ich. Letzthin war sie rossig. Ach, hat das gut geduftet. Leider bin ich Wallach aber diesem Duft kann ja keiner widerstehen. Nun ja, und dann ist es halt passiert. Ups, ich glaube, Bente's Chefin war gar nicht begeistert. Aber was soll Mann machen?
Als zweiten haben wir da den Edwin. Er ist ein Norweger und ziemlich frech. Wenn ich in meinem Futterstand stehe, kommt er immer und will mich in meinen Allerwertesten beissen. Meine Chefin schimpft dann immer über die vielen haarlosen Stellen, die sie dann verarzten muss. Sie sagt immer zu mir, ich solle mich doch gegen diesen Frechdachs wehren. Ich sei schliesslich grösser und stärker als er. Aber ich traue mich halt noch nicht. Aber irgendwann zeige ich's ihm.
Als dritter im Bunde ist noch Florian zu erwähnen. Florian ist Freiberger und somit ein waschechter Schweizer. Und ziemlich dick. Er futtert halt auch ein bisschen viel. Aber er ist ein echt dufter Kumpel. Wir machen immer mal wieder etwas Fellpflege. Das heisst wir kratzen uns gegenseitig den Rücken. Man kommt da allein ja so schlecht hin.
Natürlich gibt es noch andere Pferde auf dem Hof. Die meisten sind Isländer. Eine davon heisst Björt. Mehr von ihr findet Ihr auf der Homepage von Tamaris (www.dataline.ch/tke). Mit den beiden unternehmen meine Chefin und ich viele schöne Ausritte. Es ist toll, durch die Wälder zu streifen. Leider hat es nicht mehr viele Wege, auf denen man so richtig galoppieren kann. Die meisten sind viel zu hart und das würde meinen Beinen schaden. Als einzige wirkliche Möglichkeit bleibt dann halt nur noch die Galoppbahn vom Reitverein. Doch immer nur im Kreis galoppieren ist auch nicht so das Wahre. Aber was soll man tun?
Letztes Jahr waren wir am Bettagsritt in Einsiedeln. Mann, waren da viele Pferde. Meine Mutter Boston war auch dabei. Da habe ich mich richtig sicher gefühlt. Wir sind alle die Dorfstrasse zum Kloster hochgelaufen. Das hat vielleicht getönt von den vielen Hufen. Viele der anderen Pferde waren ganz schön nervös und sind nur noch in der Gegend herumgetänzelt. Auch während der Predigt konnten viele nicht ruhig stehen. Ich konnte da nur lachen. Stillstehen habe ich gelernt. Meine Chefin meint, es gäbe nichts schlimmeres, als ein Pferd, das nicht ruhig stehen kann. Vor allem an stark befahrenen Strassen sei das ganz wichtig, meint sie.