Nun sollte es also endlich wieder so weit sein. Zwei lange Jahre musste ich warten. Doch nun steht mir die Reise in dieses wunderbare Land erneut bevor. In dieses Land, das in seiner Unberührtheit und Schönheit süchtig macht. Das Land der endlosen Prärien, der Pferde, Cowboys und Indianer. Es geht wieder nach Montana.
Doch zuerst muss der Flug überstanden werden. Zum Glück bin ich nicht allein. Zu unserer Gruppe gehören noch vier andere Personen. So sind die fast neun Stunden Flugzeit einigermassen zu ertragen. Unser erstes Reiseziel heisst Chicago. Nach dem Schlangestehen und den ewig gleichen blöden Fragen beim Emigrationsschalter betreten wir endlich amerikanischen Boden. Dann geht es weiter nach Salt Lake City. Auch diesen Zwischenstopp erreichen wir ohne Probleme. Als wir wieder abheben, spiegelt sich die Sonne im See. Ihr Spiegelbild sieht aus wie die riesige Flamme einer überdimensionalen Kerze.
Mit ziemlicher Verspätung und total erledigt landen wir endlich in Billings. Denn obwohl es hier erst kurz nach acht Uhr abends ist, sind wir bereits seit über zwanzig Stunden unterwegs. In der Schweiz ist es ja jetzt auch vier Uhr morgens. Und dann kommt noch die nächste Ueberraschung. Mein Koffer hat es nicht bis nach Billings geschafft und einem Gruppenmitglied fehlt sogar das ganze Gepäck. Zum Glück kommt mein Koffer am Sonntag morgen dann doch noch an. Nur das andere Gepäck fehlt immer noch. Also geht es noch ans Formulare ausfüllen.
Doch nun geht es endlich los in Richtung Camp Grizzly. Im Auto hält man es nur bei geöffnetem Fenster aus. Nicht etwa, weil jemand nicht geduscht hat, sondern wegen der herrschenden Hitze. Nach der Kälte in der Schweiz merkt man die Hitze gleich doppelt.
Nachdem wir die Stadt verlassen haben, liegt nur noch das weite Land vor uns. Wie eine unendliche graue Schlange schlängelt sich die Strasse durch das Grasland. Nur der Stacheldraht, der sich links und rechts an der Strasse entlang zieht, trübt etwas das Gefühl von Freiheit.
Erster Stop bei der Trading Post nahe beim Schlachtfeld am Little Bighorn. Wer auf der Jagd nach Souvenirs ist, kommt hier so richtig auf seine Kosten. Doch das will ich mir für später aufheben. Schliesslich habe ich an meinem Gepäck genug zu schleppen.
weiter