Nach ca. 2 ½ Stunden Fahrt erreichen wir dann endlich die Ranch nahe des Tongue-Rivers. Als Nachbarn ein paar Amish-Familien. Sonst nur Koyoten, Klapperschlangen und natürlich Pferde. Die Pferde haben wir sofort gesehen, die Koyoten am Abend heulen gehört. Doch von den Klapperschlangen haben wir weder etwas gesehen noch gehört. Höchstens Schauergeschichten am abendlichen Lagerfeuer. Doch es gibt sie. Garantiert.

Zur Zeit besteht das Camp Grizzly nur aus dem weissen Ranchgebäude, einem automatischen Plumpsklo (brav getrennt für Damen und Herren) und einer Scheune. Doch es existieren Pläne für weitere Gebäude, die dann auch Strom bekommen sollen. Ich hoffe nur, ich kann mir das Ganze mal ansehen, wenn es fertig ist.

Nach unserer ersten Nacht unter dem herrlichen Sternenhimmel von Montana stehen wir bereits um halb sieben auf. Länger halt es einen nicht im Schlafsack. Schliesslich will man ja was haben vom Tag. Und jetzt am Morgen, wenn die Sonne noch nicht so brennt, ist es richtig angenehm. Und dann ist es endlich soweit, die Pferde werden von der Weide geholt. Zum Glück sind Pferde ziemlich verfressen und so kann man sie mit einem Kübel Futter gut hinter sich her locken. Zuerst geht nun die Aussucherei los. Welches Pferd zu welchem Reiter und welcher Sattel zu welchem Hintern? Das ist gar nicht so einfach. Schliesslich soll das Pferd ja zu seinem Reiter passen und der Sattel sollte beiden bequem sein. Nach einigem Hin und Her geht es auf den ersten Ausritt.

Zuerst überqueren wir den Tonque-River. Wenn doch nur Reno auch so ohne zu Zögern ins Wasser gehen würde. Der Ritt ist toll, die Landschaft einfach unglaublich, nur die Hitze ist ziemlich ungewohnt und schlaucht ganz schön.

Am Dienstag hat man sich schon ziemlich an die Hitze gewöhnt. Auch heute steht wieder ein Ausritt in die nähere Umgebung auf dem Plan. Beim Ueberqueren des Flusses demonstriert Kurt seine Turnkünste und plumpst voll ins Wasser. Und natürlich hat keiner die Kamera knippsbereit. Am Abend dann die Hiobsbotschaft. Da es durch die andauernde Trockenheit und den vielen Gewittern überall brennt, fällt der geplante Trip ins Wasser oder besser gesagt ins Feuer. Doch wir machen das beste daraus. Am Mittwoch und Donnerstag treiben wir Rinder zusammen. Da bekommt das Wort Reiten eine ganz neue Bedeutung. Und in dieser grandiosen Umgebung und einem tollen Pferd unter dem Sattel macht das ganze noch mehr Spass. Und am Abend wird man dann noch mit atemberaubenden Sonnenuntergängen für die Arbeit belohnt. So schön kann das Leben sein.

Nach einem Shoppingausflug nach Sheridan am Samstag verladen wir am Sonntag abend die Pferde in die Transporter und fahren auf die Cheyenne-Reservation. Nun haben wir auch noch die letzten Reste der Zivilisation hinter uns gelassen.

Mitten in der Nacht rennen die Pferde aufgeschreckt durch das Lager. Wahrscheinlich haben sie einen Bär gewittert. Ist schon ein komisches Gefühl. Aber das gehört hier dazu.

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