Nach einem ganzen Tag im Sattel erreichen wir am späteren Nachmittag den Buffalo Jump. Da geht es ganz schön runter. Ueber solche Felsstürze jagten die Indianer früher die Büffel. Doch hierzu mehr unter der Rubrik "Indianer".
Nach einer ruhigen Nacht geht es weiter zum nächsten Camp. Hügel rauf und wieder runter. Durch dichte Wälder, der Boden voller Unterholz und umgestürzter Bäume. Da ist man richtig froh, dass man ein ruhiges, trittsicheres Pferd unter dem Sattel hat. Am besten lässt man die Pferde ihren Weg selber suchen. Versucht, möglichst ruhig zu sitzen und sein Reittier nicht zu stören. Manchmal wundere ich mich schon, dass sich die Pferde nicht verletzen. Und immer wieder dieser wunderschöne Blick über das Land.
Am Mittwoch abend erwartet uns noch eine tolle Ueberraschung. Kurz bevor wir das Lager erreichen, treffen wir auf eine grosse Büffelherde. Obwohl es viele Jungtiere in der Herde hat, bleiben die Tiere ruhig, als wir an ihnen vorbei reiten. Wenn man diese imposanten Tiere sieht, kann man sich vorstellen, dass die Erde gebebt hat, wenn Tausende von ihnen über die Prärie gedonnert sind. Leider gibt es heute nicht mehr viele von diesen schönen Tieren. Der Mensch hat es beinahe geschafft, sie auszurotten.
Am letzten Tag unseres Trips werden wir noch einmal mit herrlichen Ausblicken über das Land verwöhnt. Auch nach beinahe zwei Wochen verschlägt einem die Schönheit dieser Gegend den Atem. Man sitzt nur da und versucht, alles in sich aufzunehmen. Für sich ein Stück dieser Ruhe in den Alltag zu retten.
Gegen Abend erreichen wir wieder das Camp Grizzly. Die Hitze von über 40 Grad hat bei allen ihre Spuren hinterlassen. Wir sind verschwitzt und auch nicht mehr die saubersten. Ein paar stürzen sich sofort in die kühlen Fluten des Tongue Rivers während die anderen Abkühlung unter der Dusche suchen. Doch auch wenn man das Abtrocknen sein lässt, ist man sofort wieder trocken. Und dann geht das Schwitzen von vorne los. Aber hat nicht jemand mal gesagt, dass Schwitzen gesund ist?
Als dann die Sonne rotglühend hinter den Hügeln verschwindet, kommt endlich die ersehnte Abkühlung. Doch kaum ist die Sonne weg, muss man bereits die Jacke anziehen. Denn hier gibt es nichts, das die Wärme speichert. Aber zum Schlafen ist die Temperatur geradezu ideal.
Den letzten Tag im Camp verbringen wir mit Faulenzen. Einfach nur nichts tun, die Seele baumeln lassen. Kann es etwas schöneres geben? Ein wunderbarer Abschluss für zwei wunderschöne Wochen in der unberührten Natur Montanas. Morgen geht es wieder zurück in die Stadt. Doch Morgen ist noch so weit weg.
Tja, und dann ist es halt doch Morgen geworden. Ganz früh stehen wir auf, packen die letzten Sachen zusammen und machen uns auf den Weg nach Billings. Dort angekommen verabschieden wir uns von den anderen. Wir sind jetzt nur noch zu zweit. Gegen Mittag holen wir unseren Mietwagen ab. Der Kleinwagen, der eigentlich für uns reserviert war, hatte einen Unfall. Nun kriegen wir zum gleichen Preis diesen tollen roten Schlitten. Glück muss man haben.
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